Wärme im Sinne der Haptik

Ein heißer Tee, eine kuschelige Heizdecke, ein sonniger Nachmittag. Mit Wärme verbinden Menschen seit Urzeiten Geborgenheit und Sicherheit.

Der Grund dafür kann vielerlei Ursprünge haben. Einerseits benötigt der Körper in wärmerer Umgebung weniger Energie, um die durchschnittliche Temperatur von 36.6° C zu erhalten. Aber auch soziale Aspekte, wie das Teilen von Körperwärme oder das Zusammensitzen bei einem sicheren Feuer haben über die Jahrtausende prägende Eindrücke hinterlassen.

Auch im Sprachgebrauch hat sich Wärme als positiv etabliert. Ein warmer Empfang drückt das Gefühl aus Willkommen zu sein. Ein warmherziger Mensch ist bemüht, seine Umgebung glücklich und zufrieden zu stimmen.

In der Haptik sprechen wir von warmen Materialien, wenn wir Oberflächen meinen, die dem Körper beim Anfassen wenig bis keine Körperwärme entziehen. Zurückzuführen ist dies auf die geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials.

Ein vertrautes Beispiel hierfür wäre die Badezimmermatte nach einer warmen Dusche im Winter. Stellt man die Füße auf den Fliesenboden, wird man sofort eiskalte Füße erleben. Die Matte hingegen ist meist durch Gummischichten isoliert, und dadurch weniger wärmeleitfähig. Obwohl also Fliesen und Matte die gleiche Temperatur haben, empfinden wir die Fliesen als frostige Falle, die Matte hingegen als gemütlichen Hafen der Sicherheit.

Besonders naturverbundene Materialien, wie Holz, Leder oder Papier erzeugen dieses haptische Feedback. Damit sind „warme“ Visitenkarten vertraute Partner, die man ohne sie als Fremdkörper wahrzunehmen in den Händen halten möchte.