Kälte im Sinne der Haptik

Haptische Eigenschaft Kälte

„Cool!“ – obwohl der Ausruf mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, treibt er sich als roter Faden durchaus durch den Sprachgebrauch. Cool bleibt cool. Doch was steckt hinter dem Wort?

Folgt man dem Ursprung des Wortes, findet man eine Verbindung zum in Westafrika vertretenen Volk der Yoruba. Dort steht das Wort „Itutu“ für eine äußerlich anziehende Ästhetik aber auch einen damit verbundenen ruhigen, stoischen Ausdrucks.

Verfolgt man den Wortstamm weiter, findet sich die erste Erwähnung des tatsächlichen Wortes „cool“ in den amerikanischen Jazzclubs der 1940er Jahre, wo der hohe Zigarettenkonsum die Tanzbars verqualmte. Die einzige Möglichkeit „cool“ zu bleiben, war es, die Fenster zu öffnen und die kühle Abendluft einzulassen.

Im heutigen Sprachgebrauch haben wir viele Redewendungen, die wir auf die Attribute der Kälte zurückführen. So bewahrt man einen kühlen Kopf, wenn man verlässlich und bedacht bleibt. Auch wenn wir von einer „coolen“ Feier sprechen, meinen wir damit ein Fest, das unseren Idealvorstellungen entsprochen hat, und somit in Erinnerung bleibt.

Kalt – Kälter – Cool

Wenn in der Haptik von kalten Oberflächen gesprochen wird, dann sind damit Materialien mit einer besonders guten Wärmeleitfähigkeit gemeint. Diese entziehen der Haut mehr Körperwärme, was für uns den subjektiven Eindruck einer kälteren Oberfläche hinterlässt.

Kältere Oberflächen werden gleichzeitig als steril wahrgenommen, und können aufgrund des Temperaturunterschieds mit einem zusätzlichen Sinn – der Wärmewahrnehmung – klarer erspürt werden.

Besonders Metalle wie Edelstahl und Aluminium zeichnen sich als kalte haptische Materialien aus, und sind deshalb für Visitenkarten eine, im wahrsten Sinne des Wortes, coole Option.